Dienstag, 20. September 2011

Der Flaggenstreit

Wo immer israelische Siedler ein palästinensisches Haus besetzen, in einer Siedlung ein weiteres Haus hinzufügen oder auf einem Hügel einen so genannten Outpost erstellen – sogleich wird die israelische Flagge verwendet, um das neue Gebäude zu markieren. Der blaue Davidstern auf weissem Hintergrund ist in Siedlungen omnipräsent und den Palästinensern ein Dorn im Auge. Nun dürfen sie sich nicht einmal mehr revanchieren. Im Zuge des Antrags an die UNO um die Anerkennung des Staates Palästinas wurden Tausende von kleinen palästinensischen Flaggen produziert, die sich am Auto befestigen lassen. Jene Art von Flaggen, wie sie während der letzten Fussball-Weltmeisterschaft unübersehbar waren. Die Fähnchen stiessen auf grosses Interesse, und fast kam in den Strassen Bethlehems und den umliegenden Dörfern so etwas wie Feststimmung auf.

Besetztes Haus in Ostjerusalem - geschmückt mit israelischen Flaggen und Chanukka-Leuchter.
Feststimmung hält in den besetzten Gebieten nie lange an. Siedler begannen unverzüglich, beflaggte Autos mit Steinen zu bewerfen. Israelische Polizisten stoppten die Farbe bekennenden Fahrer und büssten sie. Die Fähnchen verschwanden so schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren. Geblieben sind die blauen Davidsterne.

1 Kommentar:

  1. Tragisch-fasziniered wie solche 'kleinere' Ereignisketten die grössere Ursache/Wirkung Dynamik der Region widerspiegeln, es liest sich wie eine der dunkleren Shakespeare Tragödien...

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